LASER IN DER ZAHNMEDIZIN

In der modernen Zahnheilkunde hat der Laser mittlerweise einen festen Platz bekommen. In fast allen Bereichen findet er sein Einsatzgebiet. Im folgenden wollen wir ihnen in aller Kürze die verschiedenen Methoden erläutern.

Wurzelbehandlung (Endodontie)
Der Begriff Endodontie leitet sich aus dem Griechischen ab, "Endodont" bedeutet sinngemäß "das sich im Zahn befindliche". Die Endodontie befasst sich schwerpunktmässig mit Erkrankungen des Zahnnervs und dem Gewebe um die Zahnwurzel des Zahnes. Hierbei handelt es sind unter anderem um chronische oder akute Entzündungen der Pulpa (Zahnmark, Blut- und Lymphgefäße, Nerven und Bindegewebe) oder des Zahnhalteapparates (Parodont) als Folge einer endodontischen Erkrankung. Bei einer Wurzelkanalbehandlung haben wir das Ziel einen Zahn zu erhalten, wenn dessen Nerv unwiderruflich geschädigt ist (entzündet oder abgestorben).
Die Ursachen für die Entzündung des Zahnmarks (Pulpitis) sind vielfältig. Meist beginnt es mit einer Karies, die zu einem Loch im Zahn führt, das als Eintrittspforte für Krankheitserreger dient, wodurch es dann zu einer akuten Pulpitis (mit Schmerzen) oder einer chronischen Entzündung (oft ohne Schmerzen) kommen kann.

Was wird bei einer modernen Wurzelkanalbehandlung mit Laserunterstützung gemacht?

Der Zahn wird eröffnet, der Nerv wird entfernt

Die Kanäle werden aufbereitet und ausgeformt

Zahninnenraum und Wurzelkanäle werden mit dem Laser dekontaminiert (keimfrei gemacht)

Zum Schluss werden die Kanäle dicht verschlossen

Vorteile einer Laserbehandlung:
Bei konventionellen Methoden werden Spüllösungen verwendet, die nur maximal bis 0,4 mm in die Seitenkanälchen der Wurzel eindringen, dort also Keime hinterlassen, die später zu Problemen führen können. Das Laserlicht hat den Vorteil, dass Keime bis zu 1 mm abgetötet werden, also 2-3-mal tiefer. Viele universitäre Studien belegen das.

Parodontologie (Zahnbetterkrankungen).

Die Parodontologie ist die Lehre vom Zahnhalteapparat und beschäftigt sich vor allem mit drei verschiedenen Geweben. Zum einen  die Zellen auf der Wurzeloberfläche (das Zement), dann die Zellen auf der Knochenoberfläche und als Letztes die Fasern, die die Verbindung zwischen beiden zuvor genannten herstellen.

Kommt es zu einer Erkrankung und / oder teilweisen Zerstörung dieses Zahnhalteapparates so nennt man dies Parodontose, bzw. wenn es sich um einen entzündlichen Prozess handelt - Parodontitis. Dieser Prozess startet immer mit einer lokalen Zahnfleischentzündung, ist fast immer bakteriell bedingt und wird Gingivitis genannt. Bakterien, die nicht durch mundhygienische Maßnahmen beseitigt werden, führen zu einer Aktivierung der körpereigenen Abwehrmechanismen und damit eine Ansammlung von Abwehrzellen. Sie als Patient bemerken das durch gelegentliches Bluten beim Zähneputzen. Schmerzhaft ist das in der Regel nicht. Besteht diese Entzündung eine gewisse Zeit unbehandelt weiter kommt es zur Parodontitis und damit zu einer Zerstörung der zahntragenden Gewebe.

Wie sieht eine Parodontitisbehandlung (vereinfacht) aus?

Zunächst wird die Taschentiefe mittels Sondierung festgestellt

Die harten Beläge (Konkremente) werden mit sog. Scalern und Ultraschallinstrumenten von der Wurzeloberfläche entfernt (in der Regel mit lokaler Betäubung).

Um noch mehr Bakterien abzutöten kommt dann der Laser zum Einsatz. Da er mit einer nur 0,2- 0,3 mm dünnen Faser ausgestattet ist, durch die das Dioden-Laserlicht transportiert wird, werden nun sehr effektiv die zerstörenden Keime vernichtet und die Zahnfleischtaschen werden dekontaminiert.

Patienten beschreiben die Laserbehandlung im Vergleich zu konventionellen Methoden als wesentlich angenehmer. Meist sind schon am nächsten Tag keine Schwellungen mehr sichtbar und die Patienten sind subjektiv beschwerdefrei. In vielen Fällen kann nach Ermessen des behandelnden Arztes auf das Skalpell verzichtet werden.

Chirurgie (Schneiden mit dem Laser) nach oben

Ein Laser bietet sich bei vielen chirurgischen Eingriffen in der Mundhöhle an. Zum Beispiel wenn eine Entfernung von Lippenbändchen oder Zungenbändchen aus kieferorthopädischen oder prothetischen Gründen nötig ist, kann die Behandlung besonders schonend erfolgen. Die Entfernung oder Durchtrennung des Gewebes geschieht ohne Blutungen und fast ohne Schmerzen. Auf eine leichte Betäubung kann meist nicht verzichtet werden aber es reicht eine sehr geringe Dosis (und damit entfällt das lang anhaltende Taubheitsgefühl). Lippenbändchen werden in der Regel bei Kindern entfernt, wenn sie zu stark und zu weit zwischen die beiden oberen Frontzähne einwachsen, so dass dort eine Lücke (Diastema) bleibt. Der Eingriff dauert wenige Sekunden und auf das Nähen kann in diesem und auch vielen anderen Fällen verzichtet werden.

Implantologie (künstliche Zahnwurzel) nach oben

Auch hier kann der Dioden-Laser sehr erfolgreich eingesetzt. Zum Beispiel im Rahmen der Periimplantitis-Therapie (ähnlich der Parodontitis bei natürlichen Zähnen). Durch besondere Ansatzspitzen ist es möglich, Keime abzutöten, ohne das Implantat zu beschädigen. Damit kann der Entzündungsprozess gestoppt und das teure Implantat gerettet werden. Falls Sie ein neues Implantat erhalten haben, und es gerade einheilt, macht die Eröffnung des Implantates mit einem Laser sehr viel Sinn. Ihr Zahnarzt kann dann nämlich sofort einen Abdruck machen und Sie in der gleichen Sitzung noch mit einem Provisorium versorgen.

Einsatz eines Softlaser (Schmerzlinderung und Beschleunigung des Heilungsprozesses) nach oben
 
Untersuchungen über medizinische und biologische Wirkungen der Softlaser reichen bis in die 60er Jahre zurück. Heute ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass es in allen wichtigen Regulationsprozessen im Körper zu Stimulierungen durch den Softlaser kommt. Bei zahlreichen Heilpraktikern und Ärzten sind diese Geräte im Einsatz, aber auch in der medizinischen Fußpflege und bei Kosmetikerinnen hat der Laser Einzug gehalten. Die Erfolge sind verblüffend, hervorragende Schmerzlinderungen können erzielt werden - ohne schädliche Nebenwirkungen. Hauptindikationen sind gestörte Wundheilung, Verbrennungen, Sportverletzungen, Entzündungen vieler Art, Neuralgien, Herpes-Erkrankungen, Hautkrankheiten, Akne und Ekzeme.

Zahnärzte unterm Hohenneuffen
Dr. Michael Aschenbrenner & Dr. Robert Thoma

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